Atze begeistert seine Fans (Foto: Christoph Becker)
Atze Schröder ist der Proll unter den Comedians. Und er hat allen Grund zum Angeben: Mit seinem neuen Programm „Revolution“ ist er zurzeit auf Tour und sprengt dem Vernehmen nach alle Verkaufsrekorde. Kein Wunder also, dass seine Auftritte am 17. März 2010 in Oldenburg und am 19. März 2010 in Bremen restlos ausverkauft waren. Nach „Mutterschutz“ kommt die „Revolution“.
Das Bühnenbild zeigt es: Nach dem Intro wie aus einem Actionfilm kommt der Lockenkopf auf eine Bühne mit abgestürzten Hubschrauber und brennenden Mülltonnen. Atze machte seinem Publikum von Anfang an klar, wie der Abend ablaufen wird und erzählt von Emails und Gästebucheinträgen, die zwar allesamt sein neues Programm loben, aber: „Mach doch noch mal ‚Der, der den Hebel nicht zieht.’“ Das Publikum wiehert. Der Hubschrauber zieht immer noch.
Der „Revolutionär“ Atze Schröder ist wie ein Maschinengewehr, und seine Kalauer schießen wie Salven aus seinem Großmaul. Für jegliche Worte erfindet er bissige Synonyme; ein Baseballschläger wird zum Migränestäbchen, ein Türke zum Mittelmeer-Ostfriesen. Manchmal ist er so schnell, dass man ihm manchmal kaum folgen kann. „Mein letztes Programm war FSK 0“ raunt er dem Publikum zu. „Das passiert mir nicht noch einmal.“
[smooth=id: 104;]Atze Schröder live in der EWE Arena in Oldenburg // Fotos: Christoph Becker
Atze legt los mit einem Schwall von Angriffen auf die Politik („Deutschland ist das einzige Land mit zwei Frauen an der Spitze“), Prominente („Lothar Matthäus denkt, er hat Silberne Hochzeit, wenn er 25 Mal geheiratet hat.“) und soziale Ungerechtigkeit („Amy Winehouse zieht sich jeden Tag das Bruttosozialprodukt von Bangladesh durch die Nase.“). Nach 15 Minuten hatte er das Publikum bereits in der Tasche und machte mit dem weiteren Programm seinem Ruf alle Ehre: als Macho.
Allzu gerne berichtet er von seinem Porsche und die Geschichten, die um sein geliebtes Fahrzeug herum passieren. Als ihn vier „Südländer“ an einer Tankstelle anpöbeln, ein Ferrari sei doch viel geiler, nahm er diesen „Bildungsauftrag“ (O-Ton) gerne an: „Fremdwort mit sechs Buchstaben? Schule.“ Seine Geschichte mit den vier Auto interessierten Südländern endete damit, dass ein älterer Herr vorbeikam und ihn fragte, was er denn mit diesem „Pack“ wolle: „Mit denen gewinnen wir keinen Krieg!“ „Hör mal“, antworte daraufhin Atze, „mit dir haben wir zwei verloren.“
[smooth=id: 105;]Atze Schröder live in der Bremen Arena // Fotos: André Buck
Aber ein richtiger Revolutionär, das sagt Atze am Ende selbst, ist er nicht. Und so kommt er für zwei Zugaben auf die Bühne und bringt noch einmal die Geschichte aus dem 3-Sterne-Restaurant im Schlosshotel „Bühlerhähle“ und eben „Der, der den Hebel nicht zieht“. Manchmal ist es eben gut, wenn alles so bleibt, wie es ist.
Ihr habt Atzes “Revolution” auch live erlebt? Dann schreibt uns doch Eure Meinung zu der Show unter unseren Bericht.